Die geschichtliche Entwicklung der Zeitmessung

Bevor man sich näher mit einzelnen Uhrenmodellen befasst, ist es spannend, sich auch mit der geschichtlichen Entwicklung der Uhr und ihren Vorgängern vertraut zu machen. Das Wort Horologie hat zwei Bedeutungen: Es ist die Wissenschaft der Zeitmessung oder die Kunst der Uhrmacherei.

Seitdem es die Menschheit gibt, wurde versucht die Zeit zu messen. Das Verfolgen der Sonnenbewegung am Himmel, Kerzen, die in Intervallen markiert wurden, Öllampen mit markiertem Reservoir oder Sandgläser (Sanduhren) waren einige der Möglichkeiten, wie die Zeit gemessen wurde.

Wasseruhren

Wasseruhren hingen nicht von der Beobachtung des Himmels oder der Sonne ab. Die früheste Wasseruhr wurde im Grab des altägyptischen Pharaos Amenophis I. gefunden, der um 1500 v. Chr. begraben wurde. Die Griechen nannten sie Clepsydras. Es waren Steinbehälter mit schrägen Seiten, die es erlaubten, dass Wasser von einem kleinen Loch in der Unterseite, nahezu konstant abtropfen zu lassen. Andere Clepsydras waren zylinder- oder schüsselförmig gestaltet, um sie langsam und mit einem konstanten Tempo mit Wasser zu füllen. Markierungen auf der Innenseite der Schüssel zeigten den Durchgang der Stunden an. Obwohl sie in erster Linie nachts zur Anwendung kamen, wird vermutet, dass sie auch tagsüber benutzt wurden.

Alternativ dazu gab es auch Metallschalen, die mit einem Loch an der Unterseite versehen in eine große mit Wasser gefüllte Schüssel gelegt wurden. Die Schale füllte sich mit Wasser und ging nach einer gewissen Zeit unter.

Da die Wasserströmung nicht genau vorhersehbar war und die Schwierigkeit darinbestand, die Strömung genau zu kontrollieren, waren Zeitmesser, die vom Wasser abhingen, nicht präzise genug. Die Menschen mussten Möglichkeiten entwickeln, um die Zeit genauer messen zu können.

Quarzkristall-Uhren

Bei der Entwicklung von Quarzkristall-Uhren spielte die Kristallgröße, die Form und die Temperatur eine entscheidene Rolle, um eine Frequenz erzeugen zu können. Quarzuhren sind bis heute beliebt. Sie arbeiten präzise, und sie sind kostengünstig.

Der Zeiger der ersten Uhren hatte einen gleichmässigen Bewegungsablauf, aber keine Minutenzeiger. Sie mussten alle zwölf Stunden aufgezogen werden. Armbanduhren wurden ursprünglich in erster Linie als Schmuck und nicht wegen ihrer Funktionalität getragen. Da die Uhren mit Gewichten arbeiteten, waren sie als tragbare Zeitmesser nicht geeignet.

Zeitplan der Uhrenentwicklung

Es ist sehr interessant zu sehen, wie sich die Uhren entwickelt haben und erstaunlich, wer alles an der Herstellung beteiligt war.

Vor 1600 – Das Hauptproblem war die Antriebskraft. Es waren Gewichte notwendig, damit die Uhren liefen. Das machte es schwierig, sie am Handgelenk zu tragen.

1524 – Henlein zahlte fünfzehn Florins (Goldmünzen) für einen vergoldeten Moschus-Apfel mit einer Uhr. Dies ist das früheste Datum der Erwähnung einer Uhrenproduktion, das bekannt ist.

1548 – Weitere Uhren wurden gefertigt und tauchten auf. Sie waren wahrscheinlich französischer oder deutscher Herkunft.

1575 – Schweizer und englische Produkte erschienen auf dem Markt. Zu dieser Zeit gab es die meisten Fortschritte und Innovationen. Erste Uhrenwerke wurden aus Stahl und später aus Messing hergestellt, die jedoch sehr ungenau waren. Die Verwendung der Spiral-Blatt-Hauptfeder begann. Uhren konnten so ohne zusätzliche Gewichte angetrieben werden. Eine beständige Genauigkeit war jedoch nicht gewährleistet.

1600-1675 – Armbanduhren wurden mehr zur Dekoration und als Schmuckstück getragen, weniger zur Messung der Zeit. Die Form wechselte von einem Tambourzylinder mit einem Deckel zu einem kreisförmigen Gehäuse mit aufklappbaren, gewölbten Abdeckungen vorne und hinten.

1620 – Glaskristalle wurden als typische Alternative zu metallischen, undurchsichtigen Abdeckungen an die Gehäuse angepasst. Das Glas war lichtdurchlässig und erlaubte dem Besitzer, die Zeit zu verfolgen, ohne die Abdeckung entfernen zu müssen. Um die Uhr einzustellen, musste die Abdeckung entfernt werden.

Nach 1660 – Fancy Formen und Verzierungen wurden vor allem auf Damenuhren üblich.

1675 – Die Spiral-Balance-Feder wird erstmals in Uhren verwendet. Die Genauigkeit konnte nun in Bruchteilen von Minuten gemessen werden. Das ermöglichte Uhrmachern ein Ziffernblatt mit Minutenzeiger zu schaffen.

1675 – Der englische König Karl II. führte Westen mit Taschen ein. Männer trugen nun ihre Uhren in den Taschen und nicht an einem Anhänger.

1704 – Duillier und de Baufre entwickelten eine Methode zur Verwendung von Edelsteinen als Lager für Räder in Uhren.

1750 – Die Namen der Uhrmacher erschienen erstmals auf den Zifferblättern einer Uhr.

1761 – John Harrison stellte eine Uhr her, die so genau war, dass sie verwendet wurde, um Längengrade während Seereisen zu messen.

1775 – Perrelet begann mit der Produktion von selbstaufziehenden (automatischen) Uhren.

1800 – Der Taschenchronometer wurde zu einer leicht zugänglichen und genauen Uhr.

1850 – Die Vereinigten Staaten von Amerika waren die ersten, die Uhren in Massen produzierten. Der Erfolg war mittelmässig.

1900 – Fortschritte wurden in der Metallurgie gemacht. Dies war die Einführung der Spiralfeder.

1952 – Batteriebetriebene Uhren wurden auf den Markt gebracht.

1970 – Elektronische Uhren wurden sehr erfolgreich.

Die Zeiterfassung war noch nie genauer als heute und Fortschritte im Bereich der Horologie werden weiterhin gemacht.

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